Der leere Raum ist meine Herausforderung.
Ihm näherte ich mich auf einigen Umwegen. 1972 in Offenbach am Main geboren unternahm ich zunächst Ausflüge in die Welt des Leistungssports (Rudern) und der Automobilindustrie, bevor ich den Ruf nicht länger ignorieren konnte: Der leere Raum zog mich an, ihn wollte ich gestalten und ausfüllen.
1989 gründete ich ein Atelier in Offenbach – der erste Schritt war getan. Drei Jahre später folgte der nächste: der Umzug nach Berlin, jene Stadt, in der ich bis heute lebe und arbeite. Sie bot mir die Möglichkeit, als Autodidaktin in der Kunstszene Fuß zu fassen, etwa in der Künstlergruppe Post Post Blaue Berber oder dem von mir mitbegründeten Basislager.
Zunächst die Malerei – Acryltafelbilder als Experimente mit Linien, Farben und Formen, bei denen ich das Konkrete im Abstrakten suche. In den neueren Leinwand-Arbeiten weicht organisches einer neuen Ordnung. Farbe bildet Flächen, die nun nicht mehr über Verspieltheit, sondern über die Klarheit ihrer Abgrenzung wirksam werden.
Vom großen Raum zum kleinen Dia: Ende der neunziger Jahre experimentierte ich spielerisch mit verlaufender Farbe auf leeren Glasdias, verfolgte fasziniert die Bildung völlig neuer, organischer Formen und fand so zu den „Slide Views“. An die Wand projiziert lassen sie den Betrachter in einer phantastischen Welt versinken, einer Welt aus Formen und Farben, in der alles fließend und nichts unmöglich erscheint. Besonders die Aufdeckung des Organischen in der anorganischen Sphäre der Werkstoffe (Plasik, Metall, Glas, Lösungsmittel) führt zum Schluß zu Fotoarbeiten im Mikrodetailbereich, mit denen die Lichtbilder wieder im Realen verankert werden.
Ob als Großformatfotos auf AluDibondplatten, Plexiglas oder auch filmische Abläufe auf DVDs – immer bewahren die luftigen Formen und fragilen Strukturen ihre ganz eigene Magie.